Andere Schmerzzustände müssen unbedingt
evaluiert und ausgeschlossen werden, bevor die Diagnose des
Tennisellbogens als gesichert gilt:
Es sollten unbedingt Sportsalben (Achtung: unbedingt Rücksprache
mit dem behandelnden Arzt: nicht jede "Sportsalbe"
ist auch wirklich als solche geeignet) lokal angewendet
werden, im akuten Schub Kryotherapie und Topfenumschläge
über die Nacht. Weiters müssen monotone Armbewegung
verändert werden. Beim Tennisspielen können eine
Vergrößerung des Schlägergriffs, eine Reduktion
der Bespannungshärte, weichere Bälle und eine
Korrektur der Schlagtechnik (Stellung seitlich zum Ball)
die Beschwerden deutlich bessern; bei der Computerhaltung
sollte die Stellung der Hand über dem Keyboard verändert
werden (Auflage fürs Handgelenk, geänderte Tischhöhe,
gewinkelte Keyboards,...).
Die äusseren Unterarmstreckmuskeln, die durch den Schmerz
meist in einer Dauerverkürzung sind, können mit
Stretchingübungen sehr einfühlsam wieder gedehnt
werden. Dies sollte auch bei Schmerzfreiheit über längere
Zeit als Prophylaxe gegen einen weiteren Schub weitergeführt
werden. Eine Tennisellbogenbandage unter dem Ellbogen getragen,
kann ebenfalls zu einer Schmerzreduktion führen.
Bei anhaltenden Beschwerden kann Physiotherapie (Iontophorese,
Ultraschallbehandlungen, + Training der Oberarm- und Schultermuskulatur,
die dann die Unterarmmuskeln entlasten) und Sportpause helfen,
am besten in Kombination mit einer medikamentösen analgetisch-antiphlogistischen
Therapie.
Cortison
Cortison-Injektionen sind die ultima ratio, da mit Cortison
die Entzündungsreaktion sehr gut gehemmt werden kann. Cortison-Injektionen
sind allerdings auch nicht ganz ungefährlich (s. auch Achillodynie).
Haben zwei Spritzen nichts bewirkt, sollte man auf weitere
verzichten, sonst riskiert man Gewebseinschmelzungen bis
hin zu Sehnenrissen.
Operation
Erst wenn alle konservativen (=nicht-operativen)
Therapiemethoden über sechs Monate lang konsequent durchgeführt
wurden und trotzdem kein Erfolg absehbar ist, dann ist an
eine Operation (Deperiostierung des Sehnenansatzes) zu denken.
Dies ist in etwa zehn Prozent notwendig.
Golfer-Ellbogen
Der Golfer-Ellbogen wird ebenfalls durch eine Überbeanspruchung
der Muskulatur verursacht, allerdings der Muskulatur die
an der Innenseite des Ellbogens ihren Ursprung hat. Daraus
resultiert eine schmerzhafte Entzündung des Sehnen-Ansatzes
an der Innenseite des Ellbogens, die ebenfalls als Epicondylitis
bezeichnet wird (genauer gesagt als mediale Epicondylitis).
Auslösend für die Symptomatik des Golfer-Ellbogens ist eine
einseitige sportliche Überbelastung. Therapie wie beim Tennisellbogen.
Bursitis
Unter einer Bursitis versteht man eine Schleimbeutelentzündung.
Der Schleimbeutel befindet sich an der Rückseite
des Ellbogens (es gibt auch an anderen Stellen des Körpers
Schleimbeutel, die der besseren Gleitfunktion dienen sollen,
wie zum Beispiel am Knie und an der Schulter).
Am Ellbogen kommt es zu einer typischen Schwellung. Oft ist
der Schleimbeutel richtig klumpenartig aufgequollen. Im akuten
Stadium ist die Schleimbeutelentzündung sehr schmerzhaft,
der Ellbogen ist überwärmt, man spricht von einer
akuten Bursitis.
Die Ursache kann eine Verletzung durch einen Sturz auf den
Ellbogen sein. Schon durch eine kleine Abschürfung können
Keime in den Schleimbeutel gelangen und zu einer Infektion
und Entzündung führen. Dann ist eventuell die sofortige
operative Entfernung des infizierten Schleimbeutels erforderlich.
In nicht so dramatischen Fällen reicht die Gipsruhigstellung
und antibiotische Therapie aus.
Es kann aber auch durch mechanische Überreizung oder
stumpfe Verletzungen zu einer Bursitis kommen, dann spricht
man von einer chronischen Bursitis. Die ist zwar meist nicht
so schmerzhaft, aber ebenfalls unangenehm. Die Therapie besteht
in Kryotherapie und Topfenumschlägen, bei anhaltenden
Beschwerden kann die Gipsruhigstellung erforderlich sein.
Manchmal ist auch hier die operative Entfernung erforderlich.