Kreuzband
Vorderes Kreuzband
Hinteres Kreuzband
Kindliche Kreuzbandverletzungen
Kreuzbandverletzungen beim älteren Menschen
Rehabilitation
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Kreuzbandverletzungen
Ausführlicher State of
the art Artikel, bitte anklicken (.pdf 207KB)
Das Kniegelenk ist ein Rollgleitgelenk. Die Kreuzbänder
stellen den zentralen und wichtigsten Stabilisator des Kniegelenks
dar. Das vordere Kreuzband verhindert ein
übermäßiges Gleiten des Unterschenkels nach
vorne. Das hintere Kreuzband spannt sich
bei der Beugebewegung und verhindert ein Ausweichen des Unterschenkels
nach hinten.
Vorderes Kreuzband
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Verletzungen des vorderen Kreuzbandes sind besonders häufig
und entstehen im Rahmen von Außenrotationsbewegungen des Beines
bei feststehendem Unterschenkel bei gleichzeitiger Beugung
(besonders häufig im Fußballspiel, aber auch im Skisport,
im Kampfsport, beim Inline-Skaten, etc.) oder durch Überstreckungsverletzungen
(besonders häufig im Skisport).
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Bild: Im MRI lässt sich das vordere Kreuzband (roter Pfeil) gut darstellen |
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| Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch durch die Untersuchung,
als unterstützende Diagnostik kann das Röntgen und die Kernspintomographie
(MRI) eingesetzt werden. |
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Bild:Auch das hintere Kreuzband kommt in der MRI Untersuchung gut zur Darstellung (roter Pfeil) |
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Das Problem der Kreuzbandverletzung besteht in der Instabilität.
Der Patient hat das Gefühl, als würde ihm das Knie wegrutschen
(engl.: giving-way Attacke = das Knie gibt nach). Durch die
(dann meist chronische) Instabilität des Kniegelenkes kommt
es zu einer Überlastung der anderen Stabilisatoren des Kniegelenkes,
sodass am Knie, vor allem bei sportlichen Patienten, oft zunehmend
weitere Verletzungen und Knorpelschäden
auftreten. Aus diesen Gründen wird Spitzen- und Freizeitsportlern
generell die Operation empfohlen.
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Beim sportlichen Patienten sollte die Kreuzbandoperation innerhalb
von 14 Tagen nach Trauma erfolgen, um die Rekonvaleszenzzeit
möglichst kurz zu halten. Ein weiterer Vorteil der frühen Operation
besteht darin, dass häufige Verletzungen eines Meniskus
sofort saniert werden können. Gleichzeitig auftretende Verletzungen
des Seitenbandes müssen meist nicht
operiert werden. Nach 10-14 Tagen kommt es zum Auftreten einer
entzündlichen Reaktion im Kniegelenk (mit der Gefahr der postoperativen
Bewegungseinschränkung), sodass nach Ablauf des "Operationsfensters"
eine Wartezeit von ca. 6-8 Wochen auf den nächstmöglichen Operationszeitpunkt
entsteht. |
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Bild: Kreuzbandriss in typischer
Ansicht der Arthroskopie |
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Die Operation muss in einem ausführlichen Gespräch evaluiert
werden und richtet sich nach den sportlichen Bedürfnissen,
der körperlichen Belastung im Beruf und dem Alter der Patienten.
Besteht die Indikation zur operativen Versorgung wird das
Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt, da sich die
direkte Kreuzbandnaht nicht bewährt hat. Als Ersatzsehne wird
entweder das mittlere Drittel der Kniescheibensehne (BTB)
verwendet oder zwei Kniebeugersehnen (STG).
Die Wahl der Kreuzbandersatzsehne wird bestimmt durch Faktoren
wie Aktivitätsniveau, Zusatzverletzungen bzw. Vorschäden,
Grad der Instabilität etc. und wird mit den Patienten ausführlich
besprochen.
Bei über 90% der Patienten kann mit der Kreuzbandersatzoperation
wieder volle Funktion, Beweglichkeit und Kraft erreicht werden.
Allerdings befinden sich im Kreuzband Rezeptoren, die dem
Gehirn ständig Informationen über die Lage des Körpers
im Raume senden, und damit auch unterschiedliche Muskelgruppen
aktivieren. Der Wegfall dieser Rezeptoren alleine verursacht
eine gewisse Verschlechterung der Feinmotorik und -koordination
und vermittelt den Patienten sehr oft für Monate das
Gefühl, dass das Knie sich plötzlich ganz anders
anfühlt oder wie ein Patient mal zu mir sagte: "...es ist, als würde das Knie noch gar nicht zu mir gehören...".
Je nachdem wie konsequent Patienten das Koordinationstraining (z.B. am MFT Brett) betreiben, verschwindet dieses Gefühl innerhalb von 6 – 24 Monaten, durch die Neubildung von Rezeptoren.
Die Operationsmethoden
- BTB (Bone-Tendon-Bone): Entnahme des mittleren Drittels der
Kniescheibensehne und Verwendung desselben als Kreuzbandersatz.
Detailinformation
- STG (Semitendinosus- und Gracilistransplantat): Entnahme von
zwei Kniebeugersehnen (Semitendinosus- und Gracilissehne)
und Verwendung derselben als Kreuzbandersatz.
Detailinformation
- Kunstband: Zur Verstärkung der Naht von frischen Kreuzbandverletzungen
und als Prothese bei Hochleistungssportlern bzw. als Prothese
nach mehrmals fehlgeschlagenen Bandoperationen.
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Hinteres Kreuzband
Verletzungen des hinteren Kreuzbandes sind wesentlich seltenes
als jene des vorderen und können sowohl operativ, in vielen
Fällen aber auch ohne Operation zur Ausheilung gebracht werden.
Die Operation ist abhängig vom Grad der Instabilität und den
Beschwerden des Patienten. Verletzungen des hinteren Kreuzbandes
treten vor allem im Rahmen großer Gewalteinwirkung, wie zum
Beispiel bei Autounfällen auf.
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Kindliche Kreuzbandverletzungen
Kindliche Kreuzbandverletzungen sind selten und werden auch
in der Diagnostik primär oft übersehen. Wichtig ist die Abklärung
bei anhaltenden Beschwerden durch den Spezialisten. Aufgrund
des hohen Aktivitätspotentials von Kindern wird auch hier
die Operation sehr häufig indiziert sein, um mögliche Zusatzverletzungen
der Seitenbänder und Menisken
sowie Knorpelschäden zu verhindern.
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Kreuzbandverletzungen beim älteren
Menschen
Kreuzbandverletzungen beim älteren Menschen sind selten und
aufgrund des meist geringeren Aktivitätsgrades häufig nicht
zu operieren. Die primäre Therapie ist Ruhigstellung und Muskelaufbau
(physikalische Therapie) das Problem sind veraltete und nicht-behandelte
Kreuzbandverletzungen mit Folgeschäden (Arthrose).
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Rehabilitation
50% des Operationsserfolges werden durch die anschließende
Rehabilitation und physikalische Therapie erzielt. Nur mit
dieser entsprechenden postoperativen Therapie werden volle
Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination wieder erlangt.
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