Die Erfahrung zeigt, dass viele Läufer im Training zu schnell unterwegs sind. Dies kann zwar für eine gewisse Zeit gut gehen, dann kommt aber zwangsläufig der Punkt an dem keine weitere Leistungsverbesserung mehr möglich ist. Weder für die Leistungsfähigkeit noch für die Gesundheit ist das positiv. Die Steuerung der Intensität über die Herzfrequenz ist der verlässlichste und einfachste Weg, sein Training wirksam zu gestalten - selbst wenn man keinen Gedanken an eine Bestzeit verschwendet.
Warum also Pulskontrolle?
Bei zunehmender Belastung steigt die Herzfrequenz kontinuierlich an. Es kommt im Training darauf an, die richtige Intensität zu wählen. Ein zu gemütlicher Lauf hätte nur sehr geringe oder gar keine Wirkung. Wer dauernd zu intensiv trainiert, riskiert Erschöpfung und Folgeschäden und kann auch seine Ausdauerleistung nicht verbessern. Die Geschwindigkeit allein sagt noch nichts darüber aus, wie fordernd ein Trainingslauf ist.
Männliche Spitzenathleten schaffen es problemlos, mit 16 km/h durch die Gegend zu laufen, ohne sich allzu sehr abzumühen. Einige Weltklasseläufer laufen einen Marathon mit etwa 20 km/h - kaum ein Hobbyläufer könnte auch nur einen Kilometer weit dieses Tempo halten. Deshalb sagt die Laufgeschwindigkeit nichts über die körperliche Belastung aus. Es ist die Pulsfrequenz, die Auskunft über die Intensität eines Laufes gibt. Sie ist sehr individuell und hält sich kaum an mathematische Formeln, hilft jedoch die richtige und wirksame Dosis fürs Training zu finden.
Laufen mit einem Pulsmessgerät ist nur nach einem leistungsdiagnostischen Test wirklich sinnvoll. Pulsfrequenzen sind so individuell wie Kleidergrößen. Allgemeine Durchschnittswerte oder Faustregeln fürs Training ("180 minus Lebensalter") geben daher keine Auskunft, wie erholsam oder belastend ein Training ist. Nur ein persönlicher Leistungstest kann verlässliche Angaben liefern.
Ein solcher standardisierter Test bestimmt exakt das Leistungsvermögen und dauert gerade einmal 30 Minuten: Ob auf dem Fahrradergometer oder dem Laufband – je nach Wunsch und Fragestellung. Nach einer kurzen Aufwärmphase läuft man los und es wird alle drei Minuten die Laufgeschwindigkeit gesteigert: 6km/h, 8 km/h, 10 km/h, 12 km/h - bis es zu anstrengend wird. Ein Messgerät zeichnet während des Tests permanent die Pulsfrequenzen auf, und zwischen den Laufintervallen werden ein paar Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen abgenommen, um die Konzentration von Laktat darin festzustellen.
Laktat, quasi Zauberwort und Hauptvokabel der Leistungsdiagnostik. Worum geht´s?
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