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Prim. Univ. Doz. Dr. Christian Kukla

Liebe Patientinnen und Patienten!

Mit tiefer Betroffenheit muss ich Sie informieren, dass unser Kollege Univ. Doz. Prim. Dr. Christian Kukla am 16.5.2019 viel zu früh von uns gegangen ist.

Christian Kukla war nicht nur ein Kollege, sondern auch Freund und Inspiration für mich. Wir haben uns zu Beginn unserer Ausbildung an der 1. Univ. Klinik für Unfallchirurgie in Wien kennengelernt, teilten ein Dienstzimmer und haben den Großteil unserer Forschungstätigkeit gemeinsam bestritten. Christian Kukla war schon zu Beginn seiner Karriere gekennzeichnet durch eine unglaubliche operative Geschicklichkeit, dem Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten und durch eine Lebensfreude und Kollegialität, die das Arbeiten mit ihm auch in den größten Stresssituationen im Unfall-Schockraum zu einem Erlebnis machten. Seiner fachlichen Kompetenz verdankte er es, dass er 1999 im Deutsch-Ordens Krankenhaus Friesach zum jüngsten unfallchirurgischen Primar ernannt wurde. Dort erreichte er sehr bald eine unumstrittene Reputation im Bereich der Unfallchirurgie, setzte neue Maßstäbe in der Ausbildung der Assistenten – und schaffte es, neben all der Routinetätigkeit, einerseits im Jahr 2003 zu habilitieren, andererseits – schon in der Zukunftsvision, dass Unfallchirurgen und Orthopäden durch ihr artverwandtes Fachspektrum zusammenfinden würden – die Endoprothetik im DO Krankenhaus Friesach zu verankern. Lange bevor die Navigation bei Knieprothesen international etabliert war, hat Christian Kukla als Vorreiter diese Methode in Österreich angewandt. Im Jahr 2004 wurde Prim. Kukla zum Vorstand der Unfallchirurgie im LKH Feldbach ernannt und hat in den letzten 15 Jahren die unfallchirurgische Abteilung dort entscheidend aufgebaut und geprägt. Er war Vorbild für mehrere Generationen an UnfallchirurgInnen, die er ausgebildet hat – und von denen viele, wenn wir über ihn gesprochen haben, nicht vom Chef sprachen – sondern von einem väterlichen Freund und Mentor. Auch im Krankenhaus Feldbach hat er ein besonderes Augenmerk auf die Endoprothetik gelegt und war einer der ersten Chirurgen in Österreich, die den minimal-invasiven ventralen Zugang an der Hüfte propagiert haben. So wurde das LKH Feldbach, neben seiner Bedeutung als unfallchirurgisches Zentrum in der südlichen Steiermark, auch zu einem internationalen Hotspot der Endoprothetik. Aufgrund seiner extremen Erfahrung mit mehreren Tausend minimal invasiv operierten Hüftprothesen war Christian Kukla ein begehrter Vortragender und ist trotz seiner schweren Krankheit unermüdlich von Europa über Asien bis Australien geflogen, um Chirurgen auf der ganzen Welt sein Wissen weiterzugeben. Univ. Doz. Dr. Kukla hat, neben seiner Tätigkeit in der Steiermark auch viele Jahre lang bei uns in Wien mitgearbeitet. Viele PatientInnen verdanken ihm ein schmerzfreies Leben und wiedergefundene Lebensfreude - und haben ihn für sein operatives Können und seine Fürsorglichkeit geschätzt. Trotz all seiner Arbeit war Christian Kukla ein Familienmensch, ein kongenialer Partner für seine Frau Helga und Förderer der Schwimmkarriere seiner Kinder, und setzte sich als Präsident des Kärntner Landesschwimmverbandes für die Zukunft des Schwimmsports in Österreich ein.

Der viel zu frühe Tod von Christian Kukla hinterlässt eine große Lücke, nicht nur an seiner Wirkstätte im LKH Feldbach und in Wien, sondern auch in unseren Herzen. Unvergesslich für mich sind sein unerschütterlicher Lebensmut, seine Heiterkeit und sein Leitspruch, den er konsequent gelebt hat: „Es gibt so viele Wege zum Glück. Einer davon ist aufhören zu jammern“ (Albert Einstein)

Ao Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler
Wien, Mai 2019