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Training als Therapie

Warum haben so viele Menschen Angst vor der Einnahme von Medikamenten? Weil sie einmal einen Beipackzettel und die darin enthaltenen „Nebenwirkungen“ gelesen haben. Natürlich sind diese „Nebenwirkungen“ teilweise eher unwahrscheinlich, jedoch möglich, sonst würden sie nicht angeführt werden.

Kennen Sie die Nebenwirkungen von körperlichem Training? Es gibt keine!

Körperliches Training als Medikament wirkt aber nur bei regelmäßiger Anwendung in der richtigen Intensität. Soll körperliche Bewegung als Medikament oder zur Prävention vor Erkrankungen dienen, muss sie auch in der richtigen Dosis und Dauer angewendet werden.

Wie hoch ist aber die richtige Dosis, wie lange die richtige Dauer?

Die Frage der Dauer kann leicht beantwortet werden – für IMMER! Wenn Sie mit der regelmäßigen Bewegung aufhören, wird mit der Zeit auch die Wirkung verschwinden – das ist mit einem herkömmlichen Medikament aber nicht anders.

Die Frage der richtigen Dosis bzw. Intensität ist aber nicht so leicht zu beantworten.


Intensität

Ich höre immer wieder Sätze für die richtige Intensitätssteigerung wie „Laufen ohne Schnaufen“, “ …so schnell, dass man sich noch gut unterhalten kann“, usw. Wie meine Erfahrung zeigt, eine leider sehr ungenaue und in 95% der Fälle falsche Methode die Intensität des Trainings zu kontrollieren. Die richtige Kontrolle der Intensität ist jedoch ganz einfach: Die eigene Herzfrequenz. Ihr Körper gibt Ihnen damit in jeder Sekunde Feedback über sein Befinden. Ist es draußen einmal wärmer oder haben Sie zu wenig Flüssigkeit getrunken, wird die Herzfrequenz höher sein als sonst, sind Sie ausgeruht und entspannt, wird sie niedriger sein. Sie können so ganz einfach die Intensität kontrollieren. Der erforderliche „Sollwert“ wird im Rahmen einer sportmedizinischen Leistungsdiagnostik mit Hilfe eines Laktatstufentests ermittelt. (Weitere Informationen siehe dort). Sie werden überrascht sein, mit welcher vergleichsweise geringen Intensität bereits eine Wirkung erzielt werden kann.


Anzahl der Trainingseinheiten

Es gibt ein Mindestmaß an Trainingseinheiten um in unserem Körper auch Veränderungen hervorrufen zu können. Einmal ist keinmal, zweimal ist aber schon ganz gut. Für medizinische Zwecke ist eine noch häufigere Bewegung empfehlenswert – die Dauer kann aber relativ kurz sein. Ab ca. 20-30min Belastung beginnt bereits eine Wirkung! Das Herz-Kreislaufsystem wird gestärkt, die Blutfettwerte und der Blutdruck gesenkt, die Stimmung verbessert sich, der Stress des Alltags wird reduziert.

Genau diese Dosis-Wirkungs-Beziehung ist jedoch alleine oft nicht so einfach zu finden. Wir unterstützen Sie dabei gerne mit einem individuellen Trainingsplan, der auf Ihre Bedürfnisse und auf Ihr Zeitbudget abgestimmt wird.


Gewichtsreduktion

Diäten alleine führen zu keinem Erfolg! Das ist nicht nur in zahlreichen Studien belegt, sondern oft auch durch eigene schmerzhafte Erfahrungen bestätigt worden. Ein „Verbot“ gewisser Lebensmittel für immer kann nicht funktionieren!

Für eine Gewichtsreduktion ist eine negative Energiebilanz notwendig – d.h. es müssen mehr Kalorien verbrannt werden als zugeführt werden. Sie müssen einerseits die Kalorienzufuhr durch eine fettreduzierte aber ausgewogene Kost in der richtigen Menge vermindern und andererseits den Kalorienverbrauch durch Bewegung erhöhen. Eine Kombination auch Kraft- und Ausdauertraining bringt den besten Erfolg. Ohne Fleiß kein Preis. Bitte vergessen Sie die „Wunderpillen“ aus der Werbung!

Die Einzelne Trainingseinheit verbraucht zwar wenige Kalorien, in Summe führt dies aber zu einer beachtlichen „Minusbilanz“ – und vergessen Sie nicht, dass nach dem Training der Körper noch weiter vermehrt Kalorien verbrennt.

Bei den meisten „Crashdiäten“ verlieren Sie zwar sehr rasch viel Gewicht, dies aber leider nur für kurze Zeit. Die Gewichtsreduktion erfolgt dann meist aus einer Reduktion der Muskelmasse und dem damit verbundenen Verlust an Körperwasser und das ist keinesfalls wünschenswert. Durch „Crashdiäten“ reduzieren Sie durch den Verlust an Muskelmasse Ihren Grundumsatz. Ihr Körper verbraucht in Folge immer weniger Energie und eine „Jo-Jo-Effekt“ und eine Gewichtszunahme ist leider oft die Folge.


Bluthochdruck

Bei einem milden Bluthochdruck stehen laut der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft immer noch „Lebensstilmaßnahmen“ an erster Stelle des Therapieschemas. Das bedeutet zwar meist zu Beginn einen mehr oder weniger deutlich Eingriff in den Lebensalltag und in die Lebensgewohnheiten, wird jedoch mit einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität belohnt. Für einige Menschen ist das jedoch zu anstrengend und sie greifen lieber zu einem Medikament als an ihrem Leben etwas zu ändern.

Immer mehr Menschen sehen das aber nicht so! Durch eine Gewichtsoptimierung, eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten und vor allem regelmäßige Bewegung können Sie sehr viel erreichen!

Die Wirkung von Blutdruckmedikamenten und Ausdauertraining ist eigentlich gar nicht so unterschiedlich: Er kommt zu einem Absinken des Gefäßtonus, zu einem Absinken des Sympathikotonus und durch eine vermehrte Durchblutung im Bereich der Muskulatur zu einer Erweiterung des Stromgebietes der Gefäße – was in weiterer Folge dann zu einem Absinken des Blutdruckes führt.

Manchmal kann aber auch durch regelmäßiges Ausdauertraining und eine Gewichtsreduktion das Blutdruckmedikament nicht völlig ersetzt werden - eine Dosisreduktion und damit eine Verminderung der Nebenwirkungen des Medikaments kann aber beinahe immer erreicht werden!


Zuckerkrankheit

Der klassische „Altersdiabetes“ (Diabetes mellitus Typ II) wird bald seinen „umgangssprachlichen“ Namen verlieren müssen – es sind nämlich nicht mehr lediglich „alte“ Menschen, die an dieser Form des Diabetes leiden. Unsere Gesellschaft wird zwar immer älter, viele Erkrankungen treten aber immer früher auf. Es gibt bereits Kinder, die an „Altersdiabetes“ erkranken. Grund dafür ist die steigende Fehlernährung, die fehlende Bewegung und das daraus resultierende Übergewicht. Dieses führt mit der Zeit zu einer schlechteren „Wirkung“ des Insulins uns damit zur steigenden „Insulinresistenz“. Dann muss mit Medikamenten die Wirkung und Ausschüttung dieses wichtigen Hormons erhöht werden, bis dann oft nur mehr die „Insulinersatztherapie“ mittels Spritze als Alternative bleibt.

Durch regelmäßiges Ausdauertraining kommt es nicht nur zur Gewichtsreduktion sonders es kann auch die Wirkung diese Hormons verbessert werden.

Ein bereits bestehendes Risiko in geraumer Zeit einen Diabetes mellitus Typ II zu entwickelt kann bereits an einem leicht erhöhten nüchtern Blutzuckerwert (Prädiabetes) im Blutlabor erkannt. Wird der Prädiabetes rechtzeitig erkannt, kann mit einer Lebensstilanpassung durch richtige Bewegung und ausgewogene Ernährung frühzeitig darauf reagiert werden und die Wahrscheinlichkeit dass es bis zur „Zuckerkrankheit“ kommt kann deutlich reduziert werden.


Störungen des Fettstoffwechsels

Eine sehr häufige Erkrankung und ein in der Bevölkerung immer noch völlig unterschätztes Risiko ist die Störung des Fettstoffwechsels. Dies ist ein gravierender Risikofaktor für die Entstehung der Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), welche wiederum zum Schlaganfall und Herzinfarkt führen kann.

Durch Ausdauertraining werden nicht nur die Gesamtwerte der Blutfette gesenkt, sondern auch das Verhältnis von „gutem Cholesterin“ (HDL-Cholesterin) zu „schlechtem Cholesterin“ (LDL-Cholesterin) zu Gunsten des Guten verbessert. Dies führt wiederum zu einer deutlichen Risikoreduktion für die Entstehung einer Arteriosklerose und damit für Herz-Kreislauferkrankungen.

Alle diese oben genannten Risikofaktoren addieren sich nicht einfach, sondern potenzieren sich. Ein zusätzlicher wichtiger Risikofaktor ist der Nikotinabusus (Zigarettenrauch) und eine bestehende familiäre Vorbelastung bzgl. Herz-Kreislauferkrankungen. Den familiären Faktor können Sie nicht beeinflussen, der wurde an Sie weitervererbt, der Rest liegt allerdings in Ihrer eigenen Hand!

Vergessen Sie bitte nicht: Es ist niemals zu spät um mehr Bewegung in Ihr Leben zu bringen und etwas zu verändern, jedoch desto früher sie damit beginnen umso besser!